VPD: Das Zusammenspiel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit


 

Der Vapor Pressure Deficit (VPD) beschreibt den Unterschied zwischen der Luftfeuchtigkeit direkt an der Blattoberfläche der Pflanze (gesättigte Luftfeuchtigkeit) und der Feuchtigkeit der Umgebungsluft. Dieser Unterschied bestimmt, wie stark Wasser durch die Blätter verdunstet (Transpiration). Eine ausgewogene Transpiration ist entscheidend für die Gesundheit der Pflanze, da sie die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen direkt beeinflusst.


 

Bedeutung des VPD:

Hoher VPD (niedrige relative Luftfeuchtigkeit bei hoher Temperatur): Die Pflanze verliert zu viel Wasser durch Verdunstung, was zu Stress führen kann. Die Blätter schließen ihre Spaltöffnungen (Stomata), um Wasser zu sparen, wodurch die Photosynthese und das Wachstum verlangsamt werden.

Niedriger VPD (hohe relative Luftfeuchtigkeit bei niedriger Temperatur): Die Transpiration wird reduziert. Dadurch nehmen die Pflanzen weniger Nährstoffe auf, was zu Wachstumshemmungen und möglichen Krankheiten führen kann.


 

Optimale VPD-Werte für den Cannabisanbau:


 

Der ideale VPD variiert je nach Wachstumsphase der Pflanze:

Keimlingsphase: 0,4–0,8 kPa – Junge Pflanzen benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit, um den Wasserverlust zu minimieren und ihre Wurzeln nicht zu überfordern.

Wachstumsphase: 0,8–1,2 kPa – Die Pflanzen sind kräftiger und vertragen eine etwas geringere Luftfeuchtigkeit, wodurch die Transpiration angeregt wird.

Blütephase: 1,2–1,6 kPa – Eine höhere Transpiration sorgt für eine effiziente Nährstoffaufnahme und fördert die Blütenentwicklung.


 

VPD-Berechnung:


 

Der VPD wird in kPa (Kilopascal) gemessen und kann mit folgender Formel berechnet werden:


 

VPD = (Sättigungsdampfdruck – tatsächlicher Dampfdruck)

1. Sättigungsdampfdruck (SDD):

Abhängig von der Temperatur. Zum Beispiel beträgt der SDD bei 25°C etwa 3,17 kPa.

2. Tatsächlicher Dampfdruck (TDD):

Dieser Wert ergibt sich aus der relativen Luftfeuchtigkeit (RH) und dem Sättigungsdampfdruck:

 TDD = SDD x ( RH : 100 )

3. Einsetzen in die VPD-Formel:

 VPD= SDD - TDD


 

Beispiel:

• Temperatur = 25°C (SDD = 3,17 kPa)

• Relative Luftfeuchtigkeit (RH) = 60%

 TDD = 3,17 x (60:100) = 1,90

 VPD = 3,17 - 1,90 = 1,27 kPa


 

In diesem Beispiel liegt der VPD im optimalen Bereich für die Wachstumsphase.


 

Fazit:


 

Der VPD ist ein entscheidender Faktor für die Pflanzengesundheit und sollte regelmäßig überwacht und angepasst werden. Die Steuerung erfolgt durch die richtige Balance von Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Anbauraum. Moderne Geräte wie Hygrometer und Thermometer helfen dabei, diese Werte präzise zu messen und die idealen Bedingungen für jede Wachstumsphase zu schaffen.


 

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